Fritz Renold

Fritz Renold

Musikalische Leitung

Die Frühen Jahre

Fritz Renold wurde in Wettingen, AG in der Schweiz geboren. Sein Vater spielte Akkordion und stellte ihm Tango und Dixieland vor. Als junger Klarinettist spielte Renold das Konzert von Mozart, „Saints“, Gospel-Musik und Lieder der Beatles. Mit 14 trat er in das Schulorchester ein, um ein Alt-Saxophon zu erhalten, obwohl er Märsche nicht sonderlich mochte. Er hörte dann zum ersten mal Charlie Parker, blieb aber unbeeindruckt, bis er mit 18 einer Big Band beitrat, und Sammy Nestico’s Basie Book spielte. Als er „Funny Valentine“ und „Kinda Blue“ von Miles Davis in Montreux entdeckte, wurde er zum Jazz konvertiert.
Renold flog nach Boston und blühte in der internationalen Musikszene im Berklee College auf. Drei Big-Band-Partituren – Take The A Train,Thus Spoke Zarathustra und Blues For Susy- brachten ihm die Quincy Jones Auszeichnung und ein volles Stipendium ein. Da Berklee Renold empfohlen hatte, zu komponieren, nahm er jeden Kurs er konnte, einschliesslich Unterricht bei Herb Pomeroy, Bob Freedman, Greg Hopkins und Corey Allen. Joe Viola und Bill Pierce waren seine Saxofonlehrer und Gary Burton und John LaPorta brachten ihm das Improvisieren bei. Renold schloss in 1987 sein Studium ab; 1990 arbeitete er als Berklees erstes schweizer Fakultätsmitglied. In Boston gründete er eine Band namens Bostonian Friends mit Christian Jacobs, dem französischen Weltklasse-Pianisten. Sie debütierten im Berklee Aufführungszentrum, mit dem Gastperkussionisten Greg McPherson, der eine Saxofonlegende Jerry Bergonzi, dem Bassisten bruce Gertz und dem Schlagzeuger Ian Froman. Als Manager Ed Keane eine Kassette an WCNY-TV’s All American Jazz schickte, erreichten sie damit die Top Ten der Radio Station.

Jahre auf Tournee

Die erste europäische Tour fürhrte Bostonian Friends in 1989 durch Österreich, die Slovakei, Tschechien, Deutschland und die Schweiz. Nachdem eine Tour in 1992 sie zurück nach New York, Washington D.C. und Boston gebracht hatte, nahmen sie ihr erstes Album für EPM auf. In 1991, nahm EPM Bostononian Friends für ihre erste CD unter Vertrag. „Ich war sehr froh, zwei meiner einflussreichsten Lehrer, Jerry Bergonzi und Herb Pomeroy, als Gäste zu haben.“ sagt Fritz. In 1993 tourte Renold durch die Schweiz und nahm eine weitere CD für EPM auf mit dem Bassisten Gildas Boclé, dem Schlagzeuger Tommy Campbell und Bergonzi auf. Während seiner dreiwöchigen Tour spielte sein Schulensemble in Aarau mit diesen Jazz-Virtuosen. Renold half bei der Gründung des Jazzorchesters des Kanton Aargaus und schickte die Projekt-Band nach Übersee, um auf dem Bandstand mit echten Profis zu lernen. Dieses Konzept wuchs zu einem Europas grössten und besten Bildungs-Camps, Jazzaar Concerts Aarau; die Gästeliste liest sich wie ein Jazz Hautevolee. Das Bern Jazz Festival lud Renold 1994 ein, um eine internationale Band zu hosten mit Randy Brecker, Miroslav Vitous, Jacob und Nussbaum. Im gleichen Jahr produzierte das Schweizer Fernsehen den Beitrag „JazzIn“, von Peter Jaques und New Yorker-Pianisten Mark Soskin. Renold führte die Band der Sendung, The Empire State Group, mit Mitgliedern Randy Brecker, Victor Lewis, Saxofonist Jerry Bergonzi Bassist Harvie S. und anderen. Renold tourte oft mit Top-Spielern wie Bob Berg, Benny Goslon, Randy Brecker, Cecil Bridgewater und Buster Williams, und nahm zwei Alben für Sony Columbia auf. Nach mehreren Festivals und gut angekommenen Aufnahmen sagt Renold: „Da sind wir 20 Jahre später mit der gleichen Rhythm-Section: Adam, Miroslav und Christian!“ Als Sony Music ihn in 1997 als ersten Schweizer Jazzmusiker unter Vertrag nahm, tourten die Bostonian Friends durch europäische Städte wie Glasgow, London, Paris, Bordeaux, Krefeld, Kaiserslautern, Basel, Mailand, Wien, Lustanau und Stuttgart. Das zweite Album der Bostonian Friends wird jetzt bald herauskommen, wieder unter Sony/BMG und enthält die zweite 1998 Session mit Cecil Bridgewater, Golson, Jacob, Williams und Jackson. Sein Schreiben greift auf seine klassischen Einflüsse zurück. Bostonain Friends und das aargauer Sinfonieorchester premierten in der 1998 Renold/Jacob Kollaboration, Helvetic Suite for Jazz Quintet und in der Sinfonie am neugeformten Jazzaar Festival. Im Auftrag von Möbel Pfister stellte die 50-minütige Suite Szenen der schweizer Geschichte nach.
In 1999 vereinigte Fritz die noch lebenden ehemaligen Mitglieder der Ellington Band mit Saxofonist Bobby Watson am Jazzaar Festival. Es war die grösste Versammlung von Ellingtons während Duke Ellingtons Jubiläumsjahr. Die Band führte Dukes klassische Suites vor wie: „The Queen‘s Suite“, „Far East Suite“ und „Such Sweet Thunder“. Acht Ellington Mitglieder füllten die Stühle für Blechbläser und Schlagzeuger: Trompeter Benny Bailey, Bill Berry (auch Dirigent), Barrie Lee Hall; Posaunisten Buster Cooper, Art Barron, Britt Woodman; Aaron Bell (als junger Pianist), John Lamb als Bassist und Charlie Persip als Schlagzeugspieler. Auf Tour in der Schweiz sagte Bill Berry: „Die Band hat ihren alten Geist zurückbekommen; in der Lounge im Hotel rumhängen, bis um 4 Uhr morgens noch spielen und Flüge fast verpassen. Das letzte Mal, als das passierte waren wir im Weissen Haus in 1968.“
Eine CD von 1999 mit Brecker, Berg, Nussbaum und Bassist Mike Richmond halfen Renold, die kreativen Freuden an Plattenproduktion zu entdecken und das richtige Zusammenspiel der Musiker zu finden. Er hat mehr als ein Dutzend CDs für seine Bands produziert, und für die von Christian Jacob, Herb Pomeroy, Markus Hauser und Ruth Juon. In der Aufnahme inbegriffen waren die Tracks der Bostonian Friends Tour in Europa mit Golson, Bridgewater, William und Ali Jackson.

In der Schweiz und Jazzaar Festival
In 2000 organisierte und produzierte Renold Jacobs Jazz-Adaptation von Kurt Weills Three Penny Opera. Saxofonisten Bobby Watson, Renold, Shelley Carroll, Walt Weiskopf, Bernd Konrad; Posaunisten Bergeron, Gardner, Cooper; Trompetisten Hall und Brecker, Chris Albert, Tom Garling, Vitous, Lewis und Jacob spielten das Hauptstück, welches dem Jubiläum von Weill gedachte, wo das Aarauer Jugendorchester Klassiker („Speak Low“, „Mack the Knife“) von ihm spielte. 1999 war ein Wendepunkt, als Renold das Touring aufgab, um mit seiner Familie zu bleiben, aber mit einer nennenswerten Ausnahme. Die schweizer Botschaft in Thailand gab Renold und Jacob den Auftrag, auf „the 6th Cycle“ zu kollabrieren, und ein Stückfür Jazz-Quintett und Sinfonieorchester zu komponieren, das dem König Bhumibol von Thailand gewidmet war, einem bekannten amateur-Klarinettisten. Könige von Thailand werden gefeiert als hätten sie 12-Jahr Lebenszyklen; als Bhumobol sein 72. Lebensjahr erreichte war er bereits im 6. Zyklus. Jede 12-jährige Periode wurde als Bewegung dargestellt. Die 5000 CDs der aufgenommenen Aufführung wurden ausverkauft.
In 2001 brachte Renold die All-Star Big Band von Benny Golson und trat mit ihnen auf. Dies war eine wahre Traumverwirklichung für ihn, mit einer seiner einflussreichsten Komponisten zu spielen. Sein erstes Gospelwerk, „Ecclesiastes“, ein Oratorium mit Ehefrau Helen Renold als Librettistin, machte sein Debut am gleichen Fest desselben Jahres. In der Band dabei waren ein Chor einer Bapstistengemeinde von Houston, Texas, Soskin, Lewis, Valery Ponomarev, Brecker, Dave Taylor, Buster Cooper, Vincent Gardner, Wayne Bergeron, Vincent Herring und Dennis Montgomery. Das Werk wurde im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt und in 2007 als DVD veröffentlicht.
In 2002 machte ein anderes biblisches Oratorium, „Proverbs“, sein Debut. Dennis Montgomerys Auftritt mit der Hammondorgel ziehte wiederum Aufmerksamkeit auf sein immenses Talent auf. Der Inhalt dieses Stückes stammte aus Texten von König Solomon und den Weisen aus Israel, um mit den Erreignissen nach 9/11 zurechtzukommen. Der Auftritt, sowohl orchestriert wie auch die vokale und instrumentale Imrovisation führten zu einer enormen positiven Energie auf der Bühne. Fritz und Helen Renold schrieben ein weiteres musikalisches Werk mit Narration in 2003, die „Euphrates & Tigris Suite“. Das 4-stündige Stück – mit Jim Snidero, Frank Green, Steven Bernstein, Amir Elsaffar, Julian Joseph, Wayne Bergeron, Charlie Young, Tommy Smith, Walt Weiskopf und anderen – basierte auf Themen wie den Baum in Mesopotamien und den Fall von Babylon, was gleichzeitig eine Verbindung mit der Geschichte herstellte, und zwar beschrieb es den Machtkampf zwischen höheren Mächten. Das Stück wurde audial wie auch auf DVD aufgenommen. Airto Moreira und Flora Purim führten „A Night of Jobim“ mit dem Aarauer Jugendorchester vor in 2004. Als Gäste einbegriffen waren Donny McCaslin, Oscar Castro Neves, Cooper und Christian Jacob, der auch die Seiten-Arrangements für sein brasilianisches Projekt schrieb. Das African Heritage Program brachten seine alte Freunde Jamshied Sharifi und Werner „Vana“ Gierig von Boston zurück nach Aarau. Nach dem Festival ging Renold zurück ins Studio und nahm the CUBE auf, sein erstes Band CD Projekt. Das Werk, mit Texten von Helen Renold geschrieben, wurde in 2008 auf CD veröffentlicht. Jazzaar 2006 erlebte ein vollständiges Wiederbeleben der Beatles. Der Auftritt am Freitagabend war „The Beatles in Symphony“ und dabei war eine Tributband der „Fab Four“ aus Colorado mit dem Aargauer Jugend Pops Sinfonieorchester, von Renold selbst dirigiert. Ian Darrington, Wigan Festival Direktor und Vertreter der IAJE schrieb: „Dieses Konzert verkörperte wirklich, worum es beim muikalischen Auftreten geht. Es hatte….jede Emotion von Gelächter zu Tränen mit allem dazwischen. Es brachte die Leute dazu ihre Füsse bei schnelleren Stücken im Takt zu tappen und bei längsämeren brachte es sie zum Schaukeln. Es hatte ausstehende Arrangements, die auf einem sehr hohem Niveau vorgeführt wurden und ein grosses Rapport mit dem Kapazitätspublikum, welches sicherlich nach Hause ging mit dem Wissen, dass sie Teil eines sehr speziellen Abends gewesen waren.“
Fritz Renold schreibt und produziert weiterhin für Jazzaar Konzerte von 2007 bis 2010 mit zunehmendem Fokus auf die Förderung der Jungen und auf den Austausch von Kulturen. Während dieser zehn Jahre schrieb Renold über 300 Kompositionen, wobei er die meisten selber orchestrierte. Die Kompositionen wurden von pädagogischen Instituten, örtlichen und internationalen Big Bands, Orchester und verschiedenen Stiftungen beauftragt. Die Werke beinhalten Saxofonquartette, Orchesterstücke und Saxofon- und Bassposaune-Konzerte.Renolds erstes Saxofonbuch, von Zimmermann veröffentlicht, enhält 16 Transkriptionen von Duetten von Renold und Jacob.

Privates Leben

Er heiratete Helen Savari in 1990. Sie haben zusammen drei Kinder, die respektiv Gitarre, Schlagzeug und Bass spielen.
 
 

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